Die geschlechter von Andelfingen

 

          1. Wechsel der Geschlechter im Laufe der Jahrhunderte

 

Das älteste urkundlich nachgewiesene Geschlecht von Andelfingen ist die ursprünglich auf der Burg seβhaft gewesene Familie von Andelfingen, die von 1102 an bis ins 14. Jahrhundert hinein hier vorkommt. Die ersten Angaben über die Bewohner des Fleckens enthält eine Urkunde von 29. November 1312, die von Verkauf eines Eigenmannes handelt und im Hause Jakobs des Wirtes zu Andelfingenausgestellt wurde; sie nennt als Zeugen: Johannes der Vogt "ab dem huse". das heiβt in der Burg, Heinrich der Keller Jakob der Wirt, Burkhard der Sigrist, Konrad der Oberkeller, Jägi der Schmeid, Konrad Loz und Hermann der Zoller, alle von Andelfingen 1.

 Zwei Tage später, am 1. Dezember 1312, wird bezeugt, daβ Heinrich der Scherer von Andelfingen und seine Frau Adelheid Güter zu Adlikon an das Kloster Töβ verkauften 2

. Bei einer andern Veräuβerung von Grundbesitz in Adlikon 1321 erscheinen neue Namen; als Zeugen wirkten mit der eben genannte  Oberkeller, das heiβt der Keller des obern Kelnhofes, sodann Konrad Arnold, Eberhard Vrig (Frei), Heinrich im Hof und Heinrich Vorster 3.

1326 taucht der Geschlechtname Veltheim auf; Ulrich Veltheim und seine Frau Elisabeth erhielten damals von Kloster Töβ ein Zinslehen, vier Juchart Rüti unter der Thurhalde 4.

 In einer Urkunde von 1347 wird Heinrich Hirsegger von Andelfingen genannt, dessen Frau Mechtild eine Leibeigene des Klosters Toβ war 5.

 Als zeugen eines Verkaufes erscheinen 1360 Heinrich Ehinger und Konrad Hirsegger von Andelfingen 6. Im ersten Lehenurbar des Klosters Rheinau von 1330 an kommen die Söhne Walters des Kellers von Andelfingen als Leheninhaber vor.

          Auf den Lehenstagen zu Zofingen 1361 verlieh Herzog Rudolf IV. dem Heinrich Maris ein paar Grundstücke und dem Ulrich Müller von Andelfingen in Winterhur verschiedene Güter. 1362 wird der Leibeigene Hans Huber genannt, 1363 Konrad Vechteichgern mit seiner Ehefrau Elsbeth Frig (Frei).

In Urkunden des Schultheiβen von Winterhur begegnet man 1366 und 1369 Rudolf Werder, Schmied zu Andelfingen, 1379 Hans Arnold.

          In der Beurkundung eines Verkaufes von Gütern zu Andelfingen anfangs

1382 erscheinen die Namen Rüedger Suter und Peter Zimmermann; 1387 kommen urkundlich Ulrich Schnider und Konrad Sechtegger, sowie Hedi Zoller vor. Aus dieser Zeit gedenkt das Jahrzeitenbuch von Oberwinterhur des Johannes Wila von Andelfingen, von dem diese Kirche ein Buch erhielt 7.

          Das erste, wenn auch nicht vollständige Verzeichnis der Männer von Andelfingen enthält der Hofgerichtsrodel vom 18. November 1393, in dem 51 Angehörige des Fleckens und 75 der Auβengemeinden der Pfarrei als vom Königlichen Hofgericht in Zürich geächtete Leute aufgeführt sind. Der Rodel gebt Aufschluβ über den Bestand der Bevölkerung; er enthält von Andelfingen folgende Namen:

 

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          Ulrich Eitlinger, Ulrich und Walter Schnider, Peter Buβ, Ulrich und C. Herter, Berchtold Rikenbach, zwei Lendi, Eigenheer, Niederkeller, Joh. Dietzer, Vogt Walter Niederkeller, Joh. Kempter, C. Schmid, C und H. Henkarter, H. Burger, Ulrich Kaiser, H. Wernli, Rüdger Suter, R.von Adlikon, H. und Burkhard und C. Verre (Fehr), Hertrich, Joh. Capitel, Burkhart Reinhart, Niklaus Scherer, H. Frig, H. Cristan, Niklaus Herti, Ulrich Müller "uff dem stein", Joh. Freimüller, Konrad Tüffel, Joh. Balber, Peter Zimmermann, Berchtold Öhen, Ulrich Frauenfeld, C. Oberkeller, Peter Jestetter, C. Häbelli, Joh. Knöpfli, Ulrich Tättlikon, Wernli Phuser, der Widerumb, Joh. Erni, R. Mösli, Hans Arnold, H. Kühnibeck und H. Wieland 8.

          Von diesen Geschlechtern kamen Scherer, Arnold, Müller, Suter, Zimmer‑

mann, Schnider und Keller schon vor 1393 vor; zwei, Keller und Knöpfli,

bestehen noch heute in Andelfingen. Andere, wie Arnold, Frauenfelder, Eigenheer, Freimüller, Hertli sind in andern Gemeinden der Pfarrei anzutreffen; weitere, so Wieland und Herter, finden sich in benachbarten Gemeinden verbürgert. Neben dem landenbergischen Vogt Johannes Dietzer wohnte auch sein Vorgänger Peter Buβ noch in Andelfingen. Der genannte Hans Erni erscheint auch im Hofgerichtsrodel von 1394; er muβte sich auf die Klage des Hans Wirt von Klingnau vor Gericht verantworten.

          Unter den nach 1393 in Andelfingen erstmals vorkommenden Geschlechtern  gab es solche, die nur für kurze Zeit auftauchten.

          Vor 1400 wohnte in Andelfingen das Ehepaar Johannes und Elisabeth Buβ; der eine Sohn, Johannes, war Kaplan in Töβ; der andere, Peter, amtete in Andelfingen als Vogt der Herren von Hohen‑Landenberg; er stiftete eine Jahrzeit an der Kirche Winterhur 9.

 

          Im Jahre 1400 lebte in Andelfingen Konrad Friedlos; seine Frau Elisabeth war die Tochter Hans Itmanns in Andelfingen 10. Bürgi Binder kaufte am 16. März 1401 von Johannes Russikon in Winterhur und seiner Ehefrau Anna verschiedene Zehnten in Seen um 130 Pfund 11. 1412 kommt Heini Küng von Andelfingen als Tröster, Bürge, für eine beschworene Urfehde vor 12; sein Nachkomme Hug Küng führte 1444 mit Kuni Karrer einen Prozeβ 13. Walti Tüffer, Rebknecht von Andelfingen, wurde 1440 Bürger in Zürich 14. 1432 hatte auch Heinrich Graf der Schlüsselmacher von Andelfingen seinen Wohnsitz in Zürich, wo er damals seine Frau als Gemeinderin annahm 15; im gleichen Jahre erscheint vor Gericht zu Rudolfingen Bertschi Bucher von Andelfingen als Fürsprech des Hofmeisters von St.Katharinenthal 16. Im Reisrodel der Mannschaft von Andelfingen, die im alten Zürichkrieg 1443/44 aufgeboten wurde, kommen neben Vertretern alter Geschlechter neu vor Heini Peter, Thomann, Wartmann, Wagner, Schmutz, Beringer, Kuni Stucki, Albrecht Stucki und Hans Konradi 17. Der hier ebenfalls genannte (Heinrich) Schmid von Andelfingen bebaute in Adlikon ein Mannlehen Viktors von Münchwil zu Schwandegg.

 

 

 

 

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Dem Lehrerstande gehörten an Arnold Isliker (1865‑1920) in Hagenbuch und Adlikon, und sein Sohn Eugen Isliker (1893‑1938), Lehrer an der kantonalen Übengsschule in Zürich. Der am 19. November 1863 verstorbene Hans Jakob Isliker, alt Gemeinderat, erreichte das hohe Alter von 90 Jahren und 5 Monaten. Heinrich Ehrensperger amtete von 1851 bis 1854 als Zunftgerichtspräsident.

          Die 41 Haushaltungen, die im Sommer 1940 in Alten ansässig waren, verteilen sich wie folgt auf die Geschlechter: 6 Isliker (Emil, Ernst, Edwin, Ferdinand, Jakob, Rosine geb. Möckli), 4 Frei (Marie geb. Dürig, Otto, Heinrich, Konrad), Meier (Jakob, Jakob, Ernst, Gustav), Ehrensberger (Ernst, Ferdinand, Karl, Elisabeth), 3 Keller (Otto, Konrad, Adolf), 2 Eigenheer (Jakob, Ernst), Werner (Paul, Wilhelm) und eine Familie Kengelbacher (Hans), Möckli (Johann), Arbter (Hermann), Preuvost (Georges), Gasser (Karel), Nägeli (Hermann), Zimmermann (Friedrich), Klöti (Martha), Friedli (Gottfried), Wermuth (Friedrich), Peier (Frieda), Mahler Otto), Hostettler (Alfred), Gromann (Hermann), Schild (Melchior) und Hoffmann Ernst).

 

          Örlingen. Das 1330 beginnende Mannlehen‑Urbar von Rheinau vermittelt uns den ersten Namen eines Bewohners von Örlingen; es erwähnt als Lehen den Bühlhof, den H. der Hirt bebaute 19. Das Zinslehen‑Urbar dieses Klosters um 1360 verzeichnet neben einem Landolt, der das Lehengut des Büler bewarb, eine Reihe von Geschlechtnamen, wie Stühlinger, Keller, Wirt, Gisler, Forster, Hallauer, Ritter, Huber, die später verschwanden. Im Hofgerichtsrodel von 1393 erscheine als Geächtete von Örlingen Johannes Huber, Niklaus Maβrahel und ein Tenger 20. Um 1397 bewarb Niklaus Huber Güter, von denen ein Zins durch Peter Buβ von Andelfingen zu Jahrzeiten an die Leutkirche in Winterthur vergabt wurde.

          Das Steuerbuch von 1464/66 nennt nur zwei steuerpflichtige Bürger von Örlingen, Clewi Landolt, Eigener von Rheinau, und Cunrady, ein Regler, d.h. ein Höriger der Abtei oder des Chorherrenstiftes Zürich; beide bebauten ihr Heimwesen mit einem Zug. Die Steuerrödel der Jahre 1467 und 1468 verzeichnen wiederum einzig Klaus Landolt, dessen Familie aus vier Erwachsenen und dem Knecht bestand, und Kleinhans Cunrade mit einem Haushalt von sieben Erwachsenen 21. Bald nachher wanderte das Geschlecht Moser ein, das vermutlich aus Ossingen kam, wo nach dem Steuerbuch von 1450 Welti und Hensli Moser ansässig waren; auch in Hausen steuerte ein Hensli Moser, und 1467 wohnte in Andelfingen ein Wilhelm Moser. Der genannte Welti Moser erscheint 1443 zur Zeit des alten Zürichkrieges mit dem Weber Moser auch im Mannschaftsrodel von Ossingen unter den Spieβträgern 22. Den Feldzug der Eindgenossen nach Mailand mit der Schlacht von Novara 1513 machten aus Örlingen Heini Landolt und Jörg Wipf mit. Clewi Landolt von Örlingen beteiligte sich mit dem zweiten Auszug der Zürcher an der Schlacht von Marignano 23. Felix Landolt gehörte zu den Söldnern, die 1523 wider das Verbot des Rates nach Mailand zogen.

 

 

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          Schon im 16. Jahrhundert bestand die Bevölkerung zum gröβten Teil aus den Geschlechtern Moser und Landolt. Von den 106 Kindern, die in den Jahren 1565 bis 1586 getauft wurden, trugen je 43 den Namen Moser und Landolt, 16 hieβen Knus; einem dieser Kinder war 1583 der Abt von Rheinau Pate. In den Jahren 1625 bis 1645 kamen 107 Kinder von Örlingen zur Taufe, davon 51 Moser, 31 Landolt und 21 Knus. Bei der Zählung der Bevölkerung 1634 gab es 11 Familien Moser, 9 Landolt und 3 Knus, also nur 3 Geschlechter; 1670 hieβen 13 Haushaltungen Moser, 9 Landolt und je eine Knus, Manz und Spyr; Hans Spyr von Jonkholz, Thurgau, lieβ sich um 1640 in Örlingen nieder.

          Bis 1740 vermehrte sich die Bevölkerung bedeutend. Damals zählte sie 36 Familien Moser, 17 Landolt, 4 Spyr, 3 Manz und eine Friedinger. 1753

bürgerte sich Christen Levi, Strumpfweber, ein. Im Jahre 1793 bestanden 32 Hofstätten, von denen 13 vom Geschlecht Moser, 14 von Landolt, zwei von Levi und eine von den Geschlechtern Spyr, Graf und Freidinger bewohnt waren *.

          Eine Zählung von 1826 zeigt gegen 1740 wesentliche Änderungen: die Moser hatten nur noch 24 Haushaltungen, die Landolt 20, Levi, Spyr, III und Graf eine. Als Beispiel von Einheitlichkeit sei erwähnt, daβ 1844 Konrad Moser, Lehrer, dessen  Frau Elisabeth ebenfalls Moser hieβ, einen Knaben Johannes taufen lieβ, als dessen Götti Johannes Moser und Gotte Barbara Moser mitwirkten.

          Im Sommer 1940 bestand die Einwohnerschaft aus 56 Familien. Davon waren 11 Landolt (Susanna geb. Frauenfelder, Jakob, Heinrich, Walter, Gustav, Wilhelm, Heinrich, Elise geb. Hirt, Albert, Karl, Jakob) und Moser (Jakob, Konrad, Friedrich, Gottfried, Jakob, Walter, Konrad, Paul, Margareta, Luise geb. Hatt, Robert), 2 Heiniger (Ulrich, Hedwig), Wepfer (Ernst, Johann), Maugweiler (Johann, Paul), Keller (Georg, Oskar) und eine Familie Schaub (Luise geb. Schaub), Heydecker (Christian), Sigg (Heinrich), Furrer (Jakob), Stark (Christian), Breiter (Heinrich), Frei (Heinrich), Levi (Ernst), Fütterer (August), Rohner (Anna), Haupt (Fritz), Brüllmann (Fritz), Witzig (Ulrich), Stammherr (Benedikt), Merki (Walter), Müller (Emil), von Känel (Walter), Rüttimann (Albert), Marfurt (Oskar), Möckli (Albert), Fehr (Jakob), Sauter (August), Meier (Bramwell), Spalinger (Karl), Rapp (Otto) und Bächtold (Jakob).

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          * Verzeichnis der Besitzer von Hofstätten im Jahre 1793:(StAZ A 363‑3)

 

Georg Moser, Konraden             Johannes Landolt, Konstanzen

Felix Moser, Schneider            Johannes Landolt, Stöckli

Felix Moser, Felixen              Jakob Landolt, Kaspars

Kasper Moser, Konraden            Jakob LKandolt, Hansen

Georg Moser, Jakoben              Hans Ulrich Landolt, Hansen

Georg Moser, Weber                Hans Ulrich Landolt, Stöckli

Georg Moser, Schuhmacher          Hans Ulrich Landolt, Weber

Georg Moser, alten Vogts          Kaspar Landolt

Konrad Moser, Jung                Kaspar Landolt, Maurer

Konrad Moser, Vogts               Kaspar Landolt, Georgen

Johannes Moser                    Georg Landolt, Schulmeister

Hans Ulrich Moser, Jung           Konrad Landolt, Stöckli

Heinrich Moser, Vogt              Konrad Landolt, Michels

Christian Levi                    Jakob Levi          Hans Kasper Graf

Jakob und Georg Friedinger        Andreas Spyr


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und Singer. Die Zählung von 1670 aber ergab 18 Familien Sigg, 13 Waser,

4 Ulmann, 2 Meier und Wila und eine Haushaltung Fritschi und Schuler; das Geschlecht Sigg hatte von Rudolfingen und Trüllikon Zuzug erhalten. Von den 137 Taufkindern der Jahrhunderts, vor 1685, lieβ sich mit

Hans Konrad Frauenfelder ein Geschlecht in Adlikon nieder, das der Gemeinde mit sieben Lehrern von 1696 bis 1842 eine Schulmeister‑Dynastie gab, das in Jakob Frauenfelder einen Präsidenten und  Gemeinderatsschreiber und in dem 1848 verstorbenen Konrad Frauenfelder

einen Zivilpräsidenten stellte. Unter den gröβern Abzügen von weggezogenem Erbgut aus Adlikon an die Landvogtei findet sich 1763 der Betrag von 200 Pfund, die Johannes Wasser von Eschlikon wegen seiner Frau, Elisabeth Frauenfelder von Adlikon, ererbten 4000 Pfund entrichtete.

          Im 18. Jahrhundert zogen ein paar neue Geschlechter nach Adlikon. 1726 wünschte der Schuhmacher Martin Bretscher, der seit 1718 Ansäβgeld zahlte, hier Bürger zu werden. Um diese Zeit lieβ sich auch das Geschlecht Müller neder, das von 1790 bis 1797 die beiden Dorfmeier stellte, nämlich Jakob Müller, der ihm von 1872 bis 1898 vostand und auch andere Ämter inne hatte. Um 1820 stellte das Geschlecht den Exerziermeister für das Amt Andelfingen und seit 1938 in Jakob Müller den Gemeinderatsschreiber.

          Im Jahre 1777 bezahlte Heinrich Weilenmann von Bebikon 50 Gulden Einzug für das Bürgerrecht in Adlikon; von seinen Nachfahren waren zwei Johannes Gemeinderatspräsidenten. Den gleichen Betrag entrichtete 1782 Jakob Frei von Weiningen.

          Die Volkszählung von 1740 wies 23 Familien Sigg, 11 Ulmann, 9 Waser,

8 Meier, 6 Frauenfelder, 3 Bretscher und Steinmann und eine Familie Müller auf.

          Das 19. Jahrhundert zeigt wiederum namhaften Wechsel, dabei ein Zurückgehen der alten Familien. Im Jahre 1826 bestand die Bevölkerung von  Adlikon aus 11 Familien Waser, 9 Frauenfelder, 7 Sigg, 6 Müller 2 Meier, Frei und Bretscher und einer Familie Weilenmann, Ulmann und Kuttler. Eine Zählung der Bevölkerung im Jahre 1850 ergab 15 Familien Waser,

14 Frauenfelder und Sigg, 7 Müller, 3 Bretscher, Frei und Meier, 2 Ulmann und je eine Wüger Mast, Gutknecht, Vogel, Weilenmann, Kuttler und Ita.

          Anfangs 1869 erwarb Karl Malzacher von Schluchsee (Baden), Sohn des in Klein‑Andelfingen wohnhaft gewesenen Blasius Malzacher, das Bürgerrecht.

1880 bürgerte sich der seit 1860 hier ansässig gewesene Andreas Öhninger von Schneit‑Elgg ein, dessen Sohn, Jakob Öhninger, Gemeinderatspräsident,

Bezirksrat, Kantons‑ und Nationalrat wurde; die Gemeinde wählte 1928 seinen Sohn Jakob ebenfalls zum Gemeinderatspräsidenten. Im Jahre 1894 bewarb sich Hermann Streicher aus Sachsen in Zürich um das Bürgerrecht in Adlikon;

 

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Elisabeth Steiner, und der Tochter Anna vor 1740 zurückzog. Anfangs September 1746 starb die Tochter, zwanzig Jahre alt, und wenige Tage nachher folgte ihr der Vater im Tode nach. Die Witwe veräuβerte im Oktober 1747 ihren Besitz in Dätwil um 1600 Gulden und kehrte nach Zürich zurück. Von nun an hielten weder adelige Junker noch bürgerliche Geschlechter der Stadt für dauernden Aufenthalt ihren Einzug in Dätwil.

          Die Volkszählung von 1634 ergab in Dätwil 4 Familien Ulmann, 2 Gachnang und Angst und eine Haushaltung Räβ, Vogler, Gasser, Wiesendanger,

Herzog, Weibel, Frauenfelder und Benker. 1670 war der Bestand der Einwohner wesentlich anders, indem 8 Familien Gachnang, 3 Forster, 2 Weibel und Angst und eine Familie Fuchs, Kindhauser, Wiesendanger, Frauenfelder und Ulmann in Dätwil wohnten; den Hof Tiefenau hatte seit 1647 Joachim Freudweiler, Bürger von Zürich, inne.

          Unter den Abzügen von ererbtem Gut aus Dätwil fiel der gröβte Posten im Jahre 1638, als die Erben der Elisabeth Angst‑Waser von 1920 Pfund nach Rutschwil in der Grafschaft Kiburg gezogenem Erbgut 96 Pfund als Abzug dem Landvogt bezahlen muβten.

          Im Jahre 1688 gab es in Dätwil 10 Familien Gachnang, 4 Weibel, 3 Forster und eine Haushaltung Fuchs, Frauenfelder, Wiesendanger, Haab, Angst, Freudweiler und Ulmann. 1740 zählte die Gemeinde 13 Familien Gachnang, 4 Forster, 3 Sigg, Widmer und Weibel und eine Familie Haab, Locher, Ulmann, Stapfer, Wiesendanger, Angst, Kunz und Kindhauser. 1796 ergibt sich ein wiederum etwas verändertes Bild: acht Familien Gachnang, 4 Forster, 2 Kunz, Wiesendanger und Hagenbucher, sowie eine Haushaltung Waser, Fehr, Ulmann, Stapfer, Seiler und Hux. Anfangs 1797 nahm die Gemeinde den aus dem württembergischen Oberamt Urach stammenden Johann Martin Meier ins Bürgerrecht auf.

          Im 19. Jahrhundert mehrte sich die Bürgerschaft von Dätwil um die Geschlechter Büchi (1836), Jucker, Weidmann, Krüger. Heinrich Büchi von Dinhard (1803‑1867) nahm eine angesehene Stellung ein, indem er als Gemeindeammann von Adlikon, Zivilpräsident, Schreiber und Verwalter der Zivilgemeinde und als Friedensrichter von Adlikon amtete. Jakob Jucker (1846 bis 1940) war von 1867 bis 1877 Zivilgemeindeschreiber und von 1881 bis 1889 Zivilpräsident; als Nachfolger in letzterem Amte wurde Gottlieb Weidmann (1852‑1921) gewählt. Seine Söhne Theophil (geb. 1876) und August (geb. 1880) betätigen sich als Grundbuchgeometer in Andelfingen, Heinrich (geb. 1882) ist Posthalter in Dätwil; des  ....eren Sohn Theophil (geb. 1909) wurde 1939 Kulturingenieur des kantonalen Meliorationsamtes.

          Im Jahre 1836 zählte Dätwil unter den 37 Aktivbürgern 13 Gachnang, 6 Forster, 3 Fehr, Kunz, Wiesendanger und Hagenbucher, und eine Familie Jucker, Meier, Büchi, Keller, Müller und Ruh; dazu kamen noch die drei Ansässen Fritschi, Kaiser und Landolt. Die 1836 vollzogene Aufnahme von Josef Ruh, von Kirschgarten (Baden) gebürtig, erfolgte gegen Zahlung von

 

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190 alten Franken und Leistung einer Spende von zwei Eimern Wein zu einem Gemeindetrunk. "So anerkennen wir ihn als unsern Mitbürger und wünschen ihm im Namen der Gemeinde vielmal Glück und Gottes Segen und gute Gesundheit", Heiβt es im Protokoll; heutzutage wird eine solche Angelegenheit von den Behörden nüchterner erledigt.

          Auβer dem genannten Josef Ruh nahm Dätwil noch etliche Ausländer ins Bürgerrecht auf, so 1797 Martin Reicheneck aus Württemberg, 1837 Ferdinand Krüger von Berlin, 1849 Franz Dengel aus Bayern.

          Im Laufe der folgenden hundert Jahre vollzog sich in Dätwil ein so starker Wechsel der Bevölkerung, wie sonst in keiner andern Zivilgemeinde der Pfarrei. Im Sommer 1940 verteilten sich nämlich die 25 Haushaltungen auf 22 Geschlechter, von denen 1836 nur drei hier ansässig waren. Einzig die drei Geschlechter Keller (Friedrich und Otto), Läderach (Rudolf und Albert) und Weidmann (Heinrich und Heinrich) hatten zweifache Vertretung. Die übrigen Familien trugen folgende Namen: Äschimann (Hans), Bänteli (Jakob), Egli (Friedrich), Frauenfelder (Johannes), Gachnang (Johannes), Gerber (Alfred), Graber (Christian), Greuter (Ida), Häusler (Johann), Jucker (Elisabeth), Kaiser (Elisa), Liechti (Hans), Peter (Luise geb. Egg), Rohrbach (Jakob), Süβtrunk (Hans), Schaub (Konrad), Theiler (Fritz), Wegmüller (Ferdinand) und Winkler (Emil).

 

          Niederwil. Die erste Kunde über die Bewohner dieses Dorfes bringt eine Urkunde von 1371. Heinrich Huber in Niederwil bewirtschaftete damals einen Lehenhof der Kartause Ittingen, der Ende 1372 verkauft wurde 38. Unter den Geächteten von 1393 befand sich von Niederwil nur Johannes Küng. Als Steuerpflichtige werden 1450 Hans Widmer, Jörg Beringer und Uli Küng genannt, 1467 aber Welti Schaub und Heinz, sein Sohn, und Hans Schaub, sowie Kunz Wolfer; schon 1452 kommt Hensli Wolfer vor. 1554 verkaufte Rudi Schaub seinen Töβerhof an Pankraz Frauenfelder. Von 1561 bis 1576 begegnet man unter den Ehen mehreren Angehörigen des Geschlechtes Giger, so Barbel, Peter, Konrad, Hans, Elsi, Dorothea und Margret Giger.

          Im Jahre 1571 gab es nach dem Zollrodel in Niederwil nur vier pflichtige Haushaltungen, Heini und Thias Schaub, Kleinhans Frauenfeld und Hans Giger. Den Doppelhof Schadenwil bewarben Hans und Jaggli Schaub. 1605 war Junghans Hagenbuch den Doppelsöldnern zugeteilt. Zum Auszug mit dem Stadtpanner stellten um 1615 Niederwil, Oberwil und Dätwil gemeinsam eine Rotte von 31 Mann. Rottmeister war Gallus Frauenfelder, der Sohn des Pankraz; den Schützen waren zugeteilt Jakob Ammann, Adam Engeler, Adam Sigg, Heini Schaub, Dietrich Angst; als Doppelsöldner mit Rüstung rückte aus Felix Schaub, als Knechte mit Pickelhaube und spieβ Hans Schaub, Abraham Schaub, Martin Sigg und Heinrich Ulmann; mit Kurzwehr waren Heini Schaub und Hans Ulmann bewaffnet.

 

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und Hensli den ältern, seinen Sohn, befragen 47. 1495 verkaufte Konrad Stucki genannt Ruch zu Humlikon eine Wiese an Heini Karrer 48. Die Besitzer des Kelnhofes, die Brüder Hans Ruch, Hans, Heini und Konrad Stucki, hatten 1510 mit dem Kloster Allerheiligen einen span wegen Zehnten; sie behaupteten, sie und ihr Vater hätten bisher nie Zehnten

 gegeben 49.

          Zu den bisherigen Geschlechtern wanderten anfangs des 16. Jahrhunderts neue ein. 1508 kommt Martin Basler vor, dann Heini Morgen, Hans Flacher, Hans Rutschmann, Karl Steiger, Konrad Desibach. 1536 erscheint Hans von Benk, dessen Nachkommen, die Benker, noch manches Jahrzehnt in Humlikon wohnten; 1537 wird Hans Clewi (Kläui) genannt. 1545 begegnet man wieder neuen Namen: Balthasar Müller, Uli Gutknecht, 1558 Kleinhans Ritzmann, 1567 Klaus Frauenfelder.

          Das im Zollrodel Andelfingen von 1571 aufgestellte Verzeichnis gibt für Humlikon 24 Haushaltungen an; davon hieβen 7 Stucki (Klaus, Hans, Kleinhans, Konrad, Hans, Heini, Konrad), 4 Fuchs, (Klewi, Jaggli, Rudi, Thomann), 4 Ruch (Hans, Thomann, Jaggli, Konrad), 3 Rutschmann (Konrad, Jaggli, Thewis), 2 Gutknecht (Heini Klaus); mit einer Familie waren vertreten die Geschlechter Flacher (Hans), Basler (Konrad), Frauenfelder (Klaus) und Kläui (Hans). Der letztgenannte war 1582 Mitglied der Schützengesellschaft Andelfingen.

          Im Töβer Urbar von 1585 finden sich die neuen Geschlechter Süβtrunk, Keller, Meisterhans, Arnold und Knöpfli; später kamen hinzu die Geschlechter Steinmann, Steiger und Saler.

          Der Reisrodel von 1605 führt Hans Jakob Knöpfli von Humlikon als Rottmeister über 32 Mann auf, meistens aus Humlikon. Zu den Schützen waren eingeteilt Konrad Steinmann, konrad Stucki, Konrad Meisterhans, Kaspar Fuchs, Hans Fuchs und Hans Süβtrunk. Als doppelsöldner mit Rüstungen sind verzeichnet Rudi, Kleinhans und Jakob Stucki, Hans Meisterhans, Hans Süβtrunk, Hans Arnold und Jörg Keller. Als Knechte mit Pickelhaube und Spieβ zogen ins Feld Balthasar Ruch, Jakob Fuchs, Jakob und Jörg Stucki, Hans Gutknecht, Abraham Flaacher und Martin Saler. Mit Kurzwehr waren bewaffnet Rottmeister Hans Jakob Knöpfli und mit der Rüstung Dias Stucki, Jakob Flaacher, Jakob Ruch und Hans Arnold. Das Mannschaftsverzeichnis von 1615 enthält an neuen Namen Hans Eigenheer, Uli Hagenbuch, Hans Konrad Stolz und Vinzenz Schmid, sodann von einem längst ansässigen, aber 1605 nicht vertretenen Geschlecht Peter Steiger.                             

          Die erste Volkszählung von 1634 ergab in Humlikon 6 Familien Stucki,

5 Fuchs, 4 Meisterhans und Steinmann, 3 Knöpfli und Süβtrunk, 2 Ruch, Gutknecht, Steiger und Eigenheer und eine Familie Lauchenauer, Keller Saler, Wolfer, Arnold, Freimüller, Schmid, Rutschmann, Sigg und Brütsch; vor 1650 kam das Geschlecht Frauenfelder hinzu.

          Anfangs des 18. Jahrhunderts mehrten sich die Geschlechter von Humlikon um die von Dorf her zugezogenen Bucher und um die Familie Schwarz, der Bezirksrat Hans Konrad Schwarz (1756‑1820) Bei der Volkszäh‑

 

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Lung von 1740 wohnten hier 18 Familien Knöpfli, 15 Steinmann, 10 Flacher, 8 Meisterhans, 5 Freimüller und Stucki, 4 Arnold und Steiger, 2 Süβtrunk und eine Familie Bucher, Jenni, Eigenheer und Schwarz. 1767 wurde Hans Bernhard Bürger, 1776 Hans Ulrich Hintermeister, Wagner; jeder gab 40 Gulden Einzug.

          Das Verzeichnis der Pfarrgenossen von 1826 zeigt gegenüber 1634 ein wesentlich einfacheres Bild, indem die Zahl der Geschlechter kleiner geworden ist; dagegen mehrten sich die angesessenen Geschlechter. Es nennt 15 Familien Knöpfli, 9 Steinmann, 6 Meisterhans, 5 Flacher, Schwarz und Steiger, 4 Freimüller und Stucki, 3 Bucher, Arnold und Bernhart und eine Familie Huber. In diesem Jahr wurde Johannes Wiesendanger von Eschlikon Bürger in Humlikon; er zahlte 95 Gulden Einzug.

          Der heutige Bestand der Bevölkerung von Humlikon weist erneut eine starke Veränderung auf. Im Sommer 1940 setzte sie sich zusammen aus den Geschlechtern Knöpfli mit sechs Familien (Jakob, Emma, Luise, Ulrich, Jean und Jakob), Freimüller (Rudolf, Heinrich, Adolf, Ernst, Reinhard), Flacher (Marie, Willi, Hans, Ulrich, Karl) und Steiger (Albert, Robert, Alfred, Ernst, Jean), mit fünf Familien, Meisterhans (Gottfried, Gottfried, Gregor, Gottfried) mit vier, Bucher (Heinrich, Emilie) und frei (Hans, Hans) mit zwei Familien; durch eine Haushaltung waren vertreten die Geschlechter Äschbacher (Gottfried), Äberhart (Gottfried), Buchmann (Hans), Groβenbacher (Alfred), Hofmann (Max), Hagenbucher (Albert), Isler (Jakob), Landert (Kaspar), Leuthold (Rudolf), Landolt (Jakob), Meier (Heinrich) Müller (Alfred), Peier (Konrad), Schäubli (Hermann), Schmiedli (Gottlieb), Schelldorfer (Jakob), Schuhmacher (Rudolf), Stamm (Hans) und Zindel (Jakob).

          Das Geschlecht Knöpfli stellte seit 1798 im frühern Lehrer Johannes Knöpfli (1814‑1893) einen Gemeinderatspräsidenten von Adlikon; er war vorher gemeinderatsschreiber und Zivilpräsident. Einer seiner Söhne, Eduard Knöpfli, Hauptmann, amtete als letzter Präsident der politischen Gemeinde Adlikon und als erster von Humlikon nach der Trennung von Adlikon 1872; ein anderer Sohn, Albert Knöpfli, war erster Gemeinderatsschreiber von Humlikon. Ein weiterer Vertreter des Geschlechtes, Heinrich Knöpfli (1801‑1850), wurde Leutnant und Exerziermeister. Aus dem Geschlecht Flacher amteten Rudolf Flacher‑Peier (1784‑1871) als Zivilpräsident, Ulrich Flacher (1819‑1892) und Theodor Flacher (1874‑1939) als Gemeindepräsidenten von Humlikon. Das Geschlecht Steiger gab in Johannes Steiger (1823‑1901) einen Friedensrichtere, Gemeindepräsidenten und Gemeindeammann von Adlikon; Ernst Steiger bekleidete kurze Zeit das Amt des gemeinderatsschreibers. Jakob Zindel (1861 bis 1937) war Gemeindepräsident; sein Sohn, Jakob Zindel, übt seit 1921 das Amt des Gemeinderatsschreibers aus. GGemeindepräsidenten von Humlikon gingen auch aus den Geschlechtern Meisterhans mit Friedrich (1841‑1`917),Hagenbucher mit Albert (geb. 1882) und Freimüller mit Ernst (geb. 1895) hervor. Jakob Frauenfelder zur Kreuzstraβe (1804‑1875) amtete zweimal als

 

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Glückshafen des groβen Schü(β)enfestes in Zürich 1504; mit seinem Bruder Heinrich erlosch das Geschlecht 1528. Er urkundet erstmals am 23. Februar 1503.

1505Hans löwenberg gehörte einem seit 1430 in Zürich verbürgerten Geschlechte an, war 1489 Zwölfer bei den Schuhmachern und Mitglied des Groβen Rates, Kaufte vor 1509 den Siβ Dübelstein, den er 1517 an die Herrschaft Altikon vertauschte. In seine Amtszeit fällt eine bedeutende Umbaute der Burg Andelfingen.

1508Hans von Herrliberg, genannt Bindschedler, stammte von dem auf der Burg Herrliberg seβhaft gewesenen Ministerialengeschlecht, von dem ein Zweig 1375 in Zürich das Bürgerrecht erhielt; eine zweite Linie, später ebenfalls Bindschedler geheiβen, bestand in Erlenbach und nachher auch in Männedorf; das Geschlecht besteht noch in beiden Gemeinden. Vom 12. März 1509 bis im März 1511 urkundet und siegelt er öfters. Am 22. Oktober 1509 schlichtete er mit Hans Muheim von Uri, Landvogt im Thurgau, Alban Graf, Chorherr auf dem Heiligenberg zu Winterthur, und mit dem Priester Alexius Schiterberg, Kirchherr zu Laufen, einen Span zwischen dem Abt von St. Gallen und dem Kloster Toβ, als Kollatoren der Pfarreien Stammheim und Neunforn, wegen Neugrüten in beiden Neunforn. Nach der Rückkehr in die Stadt wurde er Zwölfer zur Meisen und damit in den Groβen Rat abgeordnet. Er starb 1520.

1511Heinrich Frauenfelder, Neffe des früheren Vogtes Dominik Frauenfeld, war als Zwölfer zur Saffran Mitglied des Groβen Rates, starb 1517; er urkundet le(β)tmals am 21. November 1513. Seine Tochter Margareta heiratete den Obervogt Hans Holzhalb zu Andelfingen  und starb hier.

1514Heinrich Ernst, ward Zwölfer auf der Gerwi 1512; der Rat bewilligte ihm am 10. Mai 1516, daβ er auf der Vogtei bis Fasnacht 1517 bleiben und danu abziehen möge, "wie die Gewohnheit ist"; auch wurde ihm erlaubt, "daβ er die Zeit dazu haben möge und versehen das Amt, so er vom Herr Abt von Schaffhausen hat, das nicht ein geschworenes Amt sei"; er war somit auch Amtmann von Allerheiligen über die Einkünfte und Verpflichtungen der Abtei in der Pfarrei Andelfingen; le( )tmals urkundet er im November 1616.

1517O.mar Rordorf, gehörte dem vor 1350 in Zürich eingebürgerten Zunftmeister‑ und Ratsherrengeschlecht an, das im 16. Jahrhundert auch zur Konstaffel zählte. Er war der Sohn des Ritters Hartmann Rordorf und amtete von allen bisherigen Obervögten zu Andelfingen am längsten, neun Jahre; urkundlich begegnet er uns als Volgt erstmals am 15. Januar 1518. In seine Amtszeit fällt die Reformation in Zürich. Er war ein Gegner Zwinglis und der Neuerung, schon deshalb, weil seine Töchter aus dem Kloster austreten wollten. Er muβte öfters gemahnt werden und sich auch entschuldigen. Wahrscheinlich beeinfluβte er den sonderbaren Beschluβ der Andelfinger von 1521, Zürich möge sich von den Eidgenossen nicht sondern und dem französischen Bündnis beitreten. Otmar Rordorf gab 1540 sein Bürgerrecht in Zürich auf und zog nach Schaffhausen, der Heimatstadt seiner Frau, Elisabeth Im Thurn, wo er Bürger und in den Groβen Rat gewählt wurde und 1553 starb.

 


 

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1526 Jakob Günthard, dessen Geschlecht in Zürich seit 1382 das Bürgerrecht besaβ, wurde Zwölfer wieder in den Groβen Rat. Nach seiner Wahl als Obervogt versprach er dem Rat, "ob mir weiβ was begegnete, das Euch zu Nachteil diente, will ich Euch, meine Herren, bei Tag und Nacht berichten, und alles das tun, was ich auch amtshalb und sonst schuldig wäre zu tum"; so dienstfertig er schrieb, führte er auch sein Amt, das er noch am 2. Dezember 1532 inne hatte. Er wurde später Amtmann in Stein und starb 1550.

1530Hans Edlibach (1487‑1559), Sohn des Chronisten Gerold Edlibach, amtete 1525 bis 1541 als Ratsherr, 1529 und 1551 als Seckelmeister, von 1532 bis 1534 ver‑

 

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